Qualitäts- und Montagehinweise „SecondSkin“

1. Allgemeine Hinweise

  • SecondSkin Folierungen werden individuell nach den Kundenwünschen für das konkrete Fahrzeug gefertigt und sind als Maßanzug für Fahrzeuge zu betrachten. Die Folie wird den Fahrzeugformen angepasst. Die Nähte (Folienüberlappungen) werden an Stellen gesetzt, die möglichst nicht den optischen Eindruck stören. Eine Folierung ist jedoch nicht mit einer hochwertigen Lackierung zu vergleichen und stellt auch keinen Lackersatz dar.
  • Die Folierung beinhaltet die Beklebung der Karosserie-Außenhaut mit der individuell vorgefertigten Folie. Die Folie wird an Türkanten und Karosseriespalten abgeschnitten und umgelegt. Eine Folierung der Türfalze, Türinnenseiten und Einstiegsleisten wird ebenfalls mit ausgeführt.
  • Für die Durchführung der Folierungen darf das Fahrzeug nicht poliert oder versiegelt (bspw. Nano-Versiegelung, Silikone etc.) sein. Die dadurch evtl. entstehenden Probleme, wie z.B. Folienablösungen, stellen keinen Mangel dar. Nur bei Originallacken kann eine entsprechende Qualität gewährleistet werden. Bei nachlackierten Teilen können Qualitätsdefizite entstehen, die nicht als Mangel geltend gemacht werden können.
  • Vor der Folierung muss auf lackierte Carbonteile hingewiesen werden. Die Folierung von lackierten Carbonteilen und Sichtcarbon ist vom Produktangebot generell ausgeschlossen.
  • Vor der Folierung werden die Modellbezeichnungen am Fahrzeug entfernt. Diese werden im Rahmen der Übergabe des Fahrzeugs wieder an den Kunden zurückgegeben. Bei Bedarf hat der Kunde die Möglichkeit, auf eigene Rechnung in einer Werkstatt seiner Wahl (z.B. Porsche Zentrum) die Modellbezeichnung wieder anbringen zu lassen.
  • Die Verwendung von Additiven / Zusätzen im Spritzwasser verursacht langfristig eine Schädigung der Folie. Schäden, die auf diese Weise entstehen, können nicht als Mangel geltend gemacht werden. Die Folierung darf nicht übermäßigen Kraftstoffen/Dämpfen ausgesetzt werden, da es ansonsten zu einer Beschädigung oder einer punktuellen Ablösung der Folie kommen kann.
  • In stark gewölbten Bereichen oder engen Radien der Karosserie kann die Folienhaftung eingeschränkt sein. Dies stellt keinen Mangel dar.
  • Im Zeitraum von bis zu 3 Tagen nach der Folierung ist darauf zu achten, dass das Fahrzeug nicht gewaschen, poliert oder gewachst werden darf und die Umgebungstemperatur nicht unter 7°C und nicht über 25°C liegt. Die weitere Bedingungen sind den Produktdatenblättern der Folienhersteller zu entnehmen.
  • Bei der Reinigung von folierten Fahrzeugen ist zu beachten, dass nur Basiswäschen mit Textillamellen unbedenklich durchgeführt werden können. Von der Behandlung mit Heißwachs oder Politurmitteln sollte abgesehen werden, um die Haltbarkeit der Folie zu gewährleisten. Bei der Verwendung von Dampfstrahlern ist ein Mindestabstand von 70cm einzuhalten.

2. Montagebedingungen für Folien auf Fahrzeugen

  • Die Folierung wird mit der Knifeless-Technik durchgeführt. Dabei kommt ein Türmuldeneinleger zum Einsatz. Um die Türen oder andere Bauteile (Front- und Heckschürze) an einem Stück folieren zu können, sind Karosseriearbeiten mit dem Ausbau von Fahrzeugteilen (z.B. Griffe) möglich.
  • Türgriffe, Spiegel, Antennen und andere Fahrzeugteile, die sich in der Folierungsfläche befinden, werden soweit möglich zur Optimierung des Ergebnisses bei einer Vollverklebung demontiert. Diese Arbeiten werden von einem fachmännischen Drittanbieter durchgeführt. Es ist zu beachten, dass eventuell auftretende Fehlermeldungen von Abstandswarnern oder durch in der Stoßstange verbauten Kameras und deren neue Kalibrierung nicht im Auftragsumfang enthalten ist und ggf. durch den Kunden mit einem Werkstattermin auf eigene Rechnung behoben werden müssen.
  • Staubeinschlüsse stellen bis zu einer Größenordnung von fünf Einschlüssen je Quadratmeter keinen Reklamationsgrund dar. Prozessbedingte Rakelspuren (besonders bei dunklen Folien) und Abbildungen im Lack sind nicht gänzlich auszuschließen.
  • Vor der Durchführung der Folierung ist es notwendig, die Lackqualität Ihres Fahrzeuges zu prüfen. Einschlüsse im Lack sind später nicht von einem Staubeinschluss zu unterscheiden. Lackablösungen aufgrund einer nicht ausreichenden Verbindung des Lackes zum Untergrund stellen keinen Reklamationsgrund dar.
  • Im Falle einer nicht möglichen Demontage von Karosseriebauteilen (wie z.B. Griffe) erfolgt die Folierung soweit technisch möglich um die jeweiligen Anbauteile herum. Hierdurch besteht die Möglichkeit, dass an den Ecken und Kanten der Lack zum Vorschein kommt, was keinen Mangel darstellt.
  • An mechanischen Stellen wie Türgriffen, Dachkanten bei Cabrios o.ä. kann es zu mechanischen Abrieben der Folie kommen. Dies stellt keinen Reklamationsgrund dar.
  • Die rückstandsfreie Entfernung der Folie kann nur bei Lack in Erstausrüsterqualität sichergestellt werden.
  • Es wird darauf hingewiesen, dass die eingesetzten Hochleistungsfolien nur einen geringen Schutz gegen Kratzer und mechanische Einwirkungen bieten. Für einen höherwertigeren Schutz ist ggf. eine zusätzliche Lackschutzfolierung zu empfehlen.
  • Die Haltbarkeit der Folien ist dem entsprechenden Produktdatenblatt zu entnehmen. (Produktdatenblätter Folien: 3M-1080 | 3M IJ480 | Avery SWF | Avery 1105). Es werden ausschließlich diese Folien oder deren Nachfolgeserien verwendet mit den entsprechenden Laminaten. Die Anwendungsbeschreibungen der Produktdatenblätter sind vom Kunden zwingend zu beachten.

3. Verklebungshinweise von Lackschutzfolien

  • Für Lackschutzfolierungen wird folgende Folie oder Nachfolgeserien verwendet: Folie: Xpel Ultimate plus, 200µ
  • Bei der Lackschutzfolierung wird die Shape-Technik angewandt, wodurch keine Schnitte am Lack durch den Einsatz von Passteilen entstehen. Durch die Passteile kann es an einzelnen Stellen bis zu 1-5 mm Verzug kommen. Karosseriekanten können je nach technischen Möglichkeiten offen bleiben.
  • An den Folienkanten kann sich Schmutz sammeln. Dies stellt keinen Mangel dar.
  • Bis zu fünf Staubeinschlüsse pro Quadratmeter stellen keinen Reklamationsgrund dar.
  • Die Folierung ist an der Front mehrfach geteilt, um Spannungen und Ablösungen zu vermeiden.
  • Nach der Folierung dauert es zwei Wochen, bis sich alle Blasen und Schlieren durch die Nassverklebung herausgezogen haben. Es wird empfohlen, das Fahrzeug in diesem Zeitraum an einem warmen Ort, (bspw. Garage) zu parken.
  • Durch die Transparenz der Folie ist es möglich, dass kleine Unregelmäßigkeiten des Klebers sichtbar bleiben. Dies stellt keinen Mangel dar.
  • Bei einer Lackschutzfolierung handelt es sich um eine Funktionsfolie, keine Optikfolie.